Bowling for Unterrichtsmaterial


Beim Bowling
von Karsten Brill
„Fünf! Sieben! Drei! Daneben!“ hallt es quer über die Bowlingbahnen, in einem Gemisch aus Sprachen. So klingt es, wenn Werdener Schüler und Ehrenamtliche mit einer Gruppe von jungen Flüchtlingen unterwegs sind.
Oft beherrschen Volkswald und Kutel die Schlagzeilen, aber es gibt auch kleinere Einrichtungen in Werden, in denen Flüchtlinge untergekommen sind. Dazu gehört eine Wohngruppe von 25 unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen, die von dem Verein ZukunftsOrientierte Förderung e.V. (ZOF) betreut werden. Die Jugendlichen im Alter von 15-17 Jahren kommen aus verschiedenen Krisenländern dieser Welt.
Die Jungen erhalten inzwischen viermal die Woche Deutschunterricht – ein echtes Werdener Gemeinschaftsprojekt: Ehrenamtliche erteilen die Deutschstunden, die Kamillusgemeinde und der Kamillianerorden stellen die Räume zur Verfügung, die Jonagemeinde stiftet ein Whiteboard als Tafelersatz, der Verein „Werden hilft” bezahlt aus Spendengeldern die Deutschbücher sowie eine Erstausstattung für die Jugendlichen, bestehend aus Etui mit Stiften, Heften und Rucksack.
„Die Schüler werden in den Stunden in drei Gruppen eingeteilt”, erklären Nora Freier von „Werden hilft” und Karsten Brill, Deutschlehrer am Werdener Gymnasium, die beide den Unterricht organisieren. So könne jeder in seinem Tempo Deutsch lernen. Der Unterricht wird immer von zwei ZOF-Betreuern begleitet, diese sprechen meistens die verschiedenen Sprachen der Jugendlichen und springen bei Kommunikationsproblemen ein.
Parallel zum Deutschunterricht hat die Schülervertretung des Gymnasiums Werden eine Art Patenprojekt ins Leben gerufen. „Werdener Schüler treffen sich in regelmäßigen Abständen mit den jungen Flüchtlingen”, erläutern die Elftklässler Linn Müller und Tom Teufer. Dreimal trafen sich die Teenager bereits im Jugend- und Bürgerzentrum Werden, um gemeinsam Billard, Kicker oder Tischtennis zu spielen. „Auch wenn Sprachbarrieren bestehen, beim gemeinsamen Miteinander kann man auch mit Händen und Füßen kommunizieren”, so die Schüler. Ebenso sei es wichtig, dass die jungen Flüchtlinge auch Umgang mit Gleichaltrigen haben.
In den Osterferien gab es nun einen ersten gemeinsamen Ausflug außerhalb von Werden. Die Teenager gingen gemeinsam bowlen und anschließend Döner essen. „Der Ausflug war ein Volltreffer, die Jungs hatten Spaß, viele haben das erste Mal gebowlt. Es waren einfach schöne Momente, die die Jugendlichen gemeinsam mit den Werdenern genießen durften”, sagt Ali Thaifa, ZOF-Heimleiter.  Diese Unternehmungen helfen den Jugendlichen auch, ihre Sorgen und Nöte für einige Stunden zu vergessen, fügt er hinzu.
„Werden hilft” möchte gerne weiteres Material für den Unterricht und gemeinsame Ausflüge finanzieren, ist aber auf Spenden aus der Bevölkerung angewiesen. Daher bitten wir um weitere Spenden – alle Informationen, wie das geht, finden Sie hier. Bereits im Voraus allen unseren Spendern ganz herzlichen Dank.

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